Karl Maisel

3. November 1890 – 13. März 1982

Karl Maisel kam im dritten Wiener Bezirk zur Welt und wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Seit seinem 12 Lebensjahr erhielt er Zitherunterricht. Während seiner Lehrzeit als Maschinenbauer besuchte er abends und am Wochenende die Fortbildungsschule.
 

Nach dem 1. Weltkrieg sammelte er die verbliebenen Mitglieder des Ersten Wiener Arbeiter-Zitherbundes um sich und gründete mit Franz Schießl den Landstraßer Arbeiter Zitherklub und war bis 1922 dessen Dirigent und musikalischer Leiter. Einige Jahre spielte er noch im Meisterquartett mit. 1929 wurde er Ehrenmitglied und 1946 Ehrenobmann. Bis zu seinem Tod wies er mit großem Stolz darauf hin, dass dieser Klub die erste, nach dem Krieg wiedererstandene Vereinigung von Zitherspielern war und dass diese nicht nur die übliche Unterhaltungsmusik, sondern auch klassische Tonkunst pflege.

Ab den 20er Jahren widmete er sich ausschließlich der Politik. Er war Betriebsrat, Gewerkschaftsangestellter, und wurde 1934 aus politischen Gründen mehrmals vorübergehend inhaftiert. Von 1938 – 1945 war er im Konzentrationslager Buchenwald inhaftiert. Von 1945 bis 1956 war er Bundesminister für Soziale Verwaltung, danach Präsident der Kammer für Arbeiter und Angestellte in Wien und Vizepräsident des Österreichischen Gewerkschaftsbundes.