Friedrich Spieler

24. April 1931 - 13. Juni 2000

Friedrich Spieler entstammte einer Arbeiterfamilie. Der Vater war Betriebsrats-Obmann bei der städtischen Straßenbahn und Funktionär bei den Zitherfreunden Rudolfsheim.


Seinen ersten Zitherunterrich erhielt er mit 10 Jahren vom musikalischen Leiter des Zitherfreunde Rudolfsheim. Bald konnte er bei Veranstaltungen und Vereinskonzerten auftreten. Während seiner Schulzeit besuchte Friedrich Spieler das Konservatorium der Stadt Wien und erhielt Zitherunterricht von Prof. Heinrich Pröll. Fast zeitgleich legte er 1949 die Matura und die Abschlussprüfung in der Ausbildungsklasse für Zitherlehrer ab.

Seine Berufslaufbahn begann im Sozialministerium während der Amtszeit von Minister Karl Maisel, welcher selbst ein exzellenter Zitherspieler und Dirigent der Wiener Zitherfreunde Josef Haustein war. Zuletzt war Friedrich Spieler Leiter der zentralen Budget-Abteilung und erhielt 1991 den Berufstitel Hofrat verliehen.

1952 trat er gemeinsam mit seiner Mutter, einer ausgezeichneten Zitherspielerin, den Wiener Zitherfreunden bei. Bald wurde er in den Vorstand kooptiert, mit dem Amt des Schriftführers betraut und 1956 wurde er Obmann des damals 160 Mitglieder zählenden Vereins. Von 1965 bis 1975 war er zweiter Dirigent des Vereins, nachdem er den VAMÖ-Dirigentenlehrgang bei Prof. Burkhart absolvierte.

1978 folgte er Heinrich Pröll als Musikalischer Leiter. In der Folge leitete er 51 Konzerte im Konzerthaus und im Rahmen der Wiener Bezirksfestwochen. 1988 wurde Friedrich Spieler Ehrenmitglied des Vereins.

Daneben wirkte er 31 Jahre lang im Zitherquartett Margarete Hartmann mit. In 50 Konzerten spielte er die Elegiezither und war mit dem Quartett in der Operette "Der Vogelhändler" im Raimundtheater zu hören.

20 Jahre gehörte er dem Vorstand des VAMÖs an (Verband der Amateurmusiker und -vereine Österreichs) an. Als Zitherlehrer wirkte er auch bei den VAMÖ-Zitherseminaren von 1983 - 1999 mit und leitete alternierend mit Professor Gert Last die jeweiligen Seminarorchester.

Als Komponist und Arrangeur trat er ebenso erfolgreich in Erscheinung. Es entstand eine Reihe von Zitherkompositionen, deren letzte "Wienerwald-Suite" am 31 März 2001 ihre Uraufführung erlebt. Das Werk entstand, bereits schwerst erkrankt, innerhalb von nur vier Wochen.